Gemeinsam geht mehr: wie junge Landwirte das Internet nutzen um ihre Ideen zu finanzieren...
Traktor der Solidarischen Landwirtschaft Ravensburg / Grünkohl im Vordergrund

Liebe Freunde von Yes! We Can Farm,


Und wie schon beim letzten Mal freuen wir uns über einen kurzen Blick auf den Yes! We Can Farm Wandkalender 2016! Am 15.01.2016 verlosen wir unter allen Newsletterabonnenten zwei Kalender!

Ein wunderbares neues Jahr mit vielen schönen Blüten und Ernten wünscht das Yes! We Can Farm Team
Malchus Kern & Frederik Drewes

Landwirtschaft 2.0: die Orangen von Carmen (Naranjas del Carmen)

Nicht nur Thomas Schumacher vom Haettelihof hat sich das Konzept der Patenschaften zur Finanzierung seines Betriebes zu nutzen gemacht. Auch Naranjas del Carmen ist ein Beispiel dafür. Wobei die Brüder nicht nur etwas ganz anderes anbauen, nämlich Orangen, sondern diese auch noch über das Internet vertreiben. Vom Bauern direkt zum Kunden - in ganz Europa!

Im Jahr 2010 entschieden sich die Brüder Gabriel und Gonzalo, damals 27 und 24 Jahre alt, den Betrieb der Orangenplantage ihres Großvaters wieder aufzunehmen. Seit seinem Tod befand sich dieses Stückchen Land in einem sich ständig verschlechternden Zustand. Auch merkten die beiden während ihrer Auslandssemester, wie schlecht der Geschmack der Orangenfrüchte außerhalb ihrer Heimat Spanien war. Mit wenig Geld aber viel Elan und Herz brachten Sie die Plantage wieder auf Vordermann­. Doch sie wollten an die Sache anders herangehen als bisher: sie wollten ihre Orangen über das Internet vertreiben und dabei die Mittelsmänner umgehen. Die nötige Erfahrung brachten sie mit: der Ältere ist aus dem Fachbereich des industriellen Designs und der Jüngere aus der Welt der Logistik.

Doch sie gehen noch einen Schritt weiter. Um ihren Betrieb weiter auszubauen, bieten sie ihren Kunden an, neue Bäume zu "adoptieren". Dafür bekommen diese im Gegenzug die komplette Ernte ihres Baumes - zumindest symbolisch, denn praktisch versprechen sie 80kg pro Jahr die flexibel versandt werden können. Dafür zahlt der Kunde einmalig 80€ und danach nur noch 36€ pro Jahr, zusätzlich zu den Versandkosten. Einen kleinen Nachteil hat das Ganze: bei einer solchen Menge ist es wohl nötig, kleine Einkaufsgemeinschaften zu bilden.

Das Modell zeigt Erfolg: in nur einem Monat konnten durch solche Patenschaften über 300 Bäume gepflanzt werden. Gerade für junge Landwirte und solche, die einen Betrieb übernehmen wollen, kann diese Methode Sinn machen, um neue Kunden zu gewinnen und Investitionskapital zu sammeln - gemeinsam!
  Crowdfarming: einen Orangenbaum pflanzen lassen  
 
#Crowdfarming - das Vorstellungsvideo von Naranjas del Carmen (Videolaufzeit: 1:44 Minuten)

Dokumentarfilm: Das Wunder von Mals

Über die Crowdfunding Plattform startnext hat der Dokumentarfilmer Alexander Schiebel 13.390€ gesammelt, um den Film "Das Wunder von Mals" zu finanzieren. In diesem Film geht es darum, wie sich die Apfel-Monokulturen im Oberen Vinschgau in Südtirol weiter ausbreiten - und ein biologischer Anbau durch den Abdrift der Pestizide, insbesondere im Talkessel des Dorfes "Mals" unmöglich wird. Weil eine staatliche Filmförderung bei einem solch kritischen Thema meist nicht möglich ist, entschied er sich für eine Finanzierung über die Crowd, was auch einen guten Marketingeffekt hatte. Über das Projekt berichteten unter anderem die Zeitschrift Schrot&Korn und das Oya Magazin. Die Unterstützer erhielten als Dankeschön eine DVD des Filmes. (Videolaufzeit: 6 Minuten)
   

Start-Up für Komposttee Brauanlagen

Was haben ein konventioneller Golfrasen und ein konventioneller Acker gemeinsam? Einen hohen Bedarf an Pestiziden und Fungiziden. Der Umweltingenieur (Absolvent der ZHAW) und passionierte Golfer Ludwig Glöcklhofer fragte sich, ob diese Behandlung in Form chemisch erzeugter Pestizide und Fungizide nötig ist. Er recherchierte, wie der Golfrasen früher behandelt wurde. Dabei stieß er auf "Komposttee", eine wässrige Lösung voll von nützlichen Mikroorganismen, die aus dem Kompost extrahiert und vermehrt werden. Die Herstellung von Komposttee geschieht durch aerobe (mit Sauerstoffzufuhr) oder auch anaerobe (ohne Sauerstoffzufuhr) Prozesse, jedoch ist meist die aerobe Herstellung gemeint.

Dieser Komposttee enthält eine Vielzahl an Mikroorganismen. Durch die Anwendung von Komposttee wird dem Boden bzw. der Phyllosphäre (Blattoberfläche) eine enorme Menge an Mikroorganismen zugeführt. Diese mikrobiellen Prozesse sind verantwortlich für die Bodenfruchtbarkeit und das Wachstum, die Vitalität und Krankheits- sowie Schädlingsresistenz der Pflanze. Diese Auswirkungen untersucht Ludwig Glöcklhofer auch in seiner Masterarbeit.

Der flüssige, fertige Komposttee kann direkt auf die Pflanzen oder den Boden ausgebracht werden, dabei ist eine Überdosierung nicht möglich. Die Nährstoffe sind in den Mikroorganismen gebunden und stehen den Pflanzen nach Bedarf zur Verfügung.

Doch dieser Komposttee ist nicht nur für die Golf-Greens geeignet, auf denen die ersten Versuche durchgeführt wurden. Die von Ludwig Glöcklhofer und Freunden dafür neu gegründete Firma EDAPRO hat das Ziel Braugeräte, die nötigen Zusatzstoffe und verschiedene Qualitätskomposte zu vertreiben, egal ob für den Golfrasen, Hobbygärtner, Gemüse- oder Rebbau. Um das Kapital für die Investition in die ersten Braugeräte, weitere Feldversuche im ökologischen Rebbau und in die Unternehmensstruktur zu stemmen, starteten sie eine Crowdfunding Kampagne auf der Plattform "wemakeit", auf der sie über 17.000 Schweizer Franken sammelten.

Anstelle eines Bankkredites haben sie sich für Crowdfunding entschieden, um direkt in Kontakt mit den Anwendern zu kommen, und von deren Wissen profitieren zu können.

   
 
Wie aus einer Leidenschaft fürs Golfen seine Masterarbeit und eine Geschäftsidee entstand. Der Umweltingenieur Ludwig Glöcklhofer hat mit zwei Kollegen das Start-Up EDAPRO gegründet, das im Bereich der biologischen Pilzbekämpfung aktiv ist. (Videolaufzeit: 4:30 Minuten)

Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Saatgutfonds

Seit den 1920er Jahren findet eine zunehmende Monopolisierung der Pflanzenzüchtung durch Privatunternehmen statt, welche sich überwiegend an den Ansprüchen und Praktiken der konventionellen Landwirtschaft orientieren. Durch die Verwendung von Methoden wie der Hybridzüchtung oder gentechnischer Verfahren liefert das Saatgut maximale Erträge und uniform aussehende Früchte.

Da diese Hybridsamen nicht samenfest sind, das bedeutet, dass Pflanzen, die aus Samen dieser Pflanzen gezogen werden, nicht die gleichen Eigenschaften haben, sind die Landwirte davon abhängig, sich jedes Jahr neues Saatgut von den großen Herstellen zu beziehen, obwohl sie es selbst auf ihrem Feld anbauen. Auch sind die meisten dieser Sorten nicht für den biologischen Anbau geeignet. Sie so haben zwar meist höhere Erträge, brauchen aber auch fast immer einen hohen Anteil an Kunstdünger und sind sehr anfällig für Krankheiten, die im konventionellen Anbau mit chemischen Fungiziden behandelt werden.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Bank wird durch eine Vielzahl von Unternehmens- und Privatspenden finanziert und fördert die Züchtungsforschung mit dem Programm "Saatgutfonds" jährlich mit ca. 600.000€ - diese Summe macht ca. 50% des jährlichen Gesamtbudgets für die biologische Saatgut Forschung und Entwicklung in Deutschland aus.

Wer gerne selbst Saatgut vermehren möchte, dem sei das "Handbuch Samengärtnerei" von Andrea Noah ans Herz gelegt, welches sie mit Unterstützung der Saatgut-Erhaltungs-Initiativen Arche Noah und Pro Specie Rara veröffentlicht hat.

Das Experiment Selbstversorgung schreibt dazu:

"Für alle, die ihr Saatgut selbst im Garten gewinnen wollen, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Natürlich kann man erste Versuche einfach mal so starten. [...] Wer aber ernsthaft und über Jahre sein Saatgut vermehren möchte, und es vielleicht sogar in Samentauschkreisen weitergeben will, sollte dafür Sorge tragen, dass auch die nächste Generation die Sorteneigenschaften aufweist, die es uns wert sein lässt, uns mit ihrer Vermehrung zu beschäftigen. Und dieses Buch vermittelt das Rüstzeug dazu!"

Über unseren Partnerlink Handbuch Samengärtnerei können Sie es direkt bei Thalia bestellen!

Gans im Glück die ernte-mich Streuobstwiese mit Gänsehaltung

Im März 2014 gründete der 28 jährige Richard Hagedorn das Unternehmen "ernte-mich", welches individuellen Gemüseanbau mit einer Streuobstwiese kombiniert. ernte-mich vermietet vorbereitete Gemüsebeete in einem gemütlichen Umfeld. Schon einen Teil der Erstausstattung des Grundstückes mit Gewächshaus, Bäumen, Sträuchern, Saatgut, Vogelhäusern, einer Kompsttoilette und Gartengeräten hat er über eine Crowdfunding Aktion finanziert. Ddamals sammelte er 12.635€.

Neben dem Obst- und Gemüsebau plant er für die Saison 2016 Weihnachtsgänse auf einer angrenzenden, zukünftigen Streuobstwiese von 4000m² zu halten. Um die Pflanzung der Bäume, das anlegen von Teichen, die Errichtung eines Zaunes, des Stalls und die Anschaffung der Tiere zu finanzieren, entschied er sich wieder für eine Crowdfunding Aktion namens "Gans im Glück" - erfolgreich sammelte er 7.335€ auf startnext!

Eindeutig hat sich gezeigt, dass die Unterstützer konkret die Produktion dieser nachhaltig und biologisch erzeugten Lebensmittel unterstützen möchten. Eine eigene Community, muss dafür aber zwingend schon vorher vorhanden sein. Eine Schwarmfinanzierung lohnt sich nicht, wenn man noch gänzlich unbekannt ist. Am häufigsten wurden die Apfelkiste und die Weihnachtsgans als Dankeschön ausgewählt.
   

Yes! We Can Farm Wandkalender 2016 AKTION
Einen Kalender bezahlen - zwei Kalender erhalten!

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Der Kalender ist A3 im Querformat, 170g, mit 14 Blättern. Die Bilder hat Malchus Kern gemacht.

Egal wie viele Kalender Sie bestellen, die Versandkosten bleiben immer gleich, also direkt welche zum verschenken mitbestellen!

Von jedem bestellten Kalender spenden wir je 1€ an den Haettelihof und an den Verein Solidarische Landwirtschaft Ravensburg e.V. Gemeinsam aktiv für eine bessere Welt!

Zusätzlich verlosen wir am 15.01.2016 unter allen Newsletterabonnenten zwei Kalender!
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