Gemüse-Lieferdienst vermarkten Teil 01: Kaufimpulse

Für den Kunden ist es bequem, für den anderen eine gute Möglichkeit, seine Produkte zu fairen Preisen an den Kunden zu bringen und mit diesem im direkten Kontakt zu sein: der Gemüse-Lieferservice. Diese Art der Vermarktung hat Vorteile für beide Seiten. Der Markt boomt.

Das bringt viele Mitbewerber auf den Plan, mittlerweile gibt es Gemüseboxen, die durch ganz Deutschland verschickt werden. Im Folgenden sprechen wir von einer “Gemüse-Lieferbox”, obwohl darin oft auch viele weitere Artikel versandt werden. Die Basis einer Box besteht jedoch hauptsächlich aus Gemüse & Obst (aus eigenem Anbau).

Eine große Auswahl macht es schwer für den Kunden, sich zu entscheiden. Daher gilt es, das beste Angebot zu haben und dieses zu kommunizieren. Doch was ist das beste Angebot? Um den Kunden genau das zu bieten, was er sich wünscht, erstellen wir zunächst unseren typischen Kunden. In diesem Fall unsere zwei typischen Kunden, da sich eine Lieferbox oft an zwei Kundengruppen richtet:

Privatpersonen bestellen eine Gemüse-Lieferbox aus folgenden Gründen:

  • Unkompliziertes, (fast) automatisiertes Bestellen mit wenig (Zeit-)Aufwand
  • Gesunde, saisonale, regionale und handwerkliche Lebensmittel
  • Frische Lebensmittel
  • Direkter Kontakt mit den Produzenten – Mein Geld kommt da an, wo es hingehört
  • Einkauf mit gutem Gewissen: Wenig Verpackungsmüll, kurze Transportwege und wenig oder gar keine Flugware
  • Eventuell günstiger Preis aufgrund des Bezugs in der Direktvermarktung und der Belieferung mit “krummer” Ware
  • Direkte Informationen über die eigenen Lebensmittel durch Rezepte, wöchentlicher Infobrief oder Newsletter

Unternehmen bestellen eine Gemüse-Lieferbox aus folgenden Gründen:

  • Praktische, unkomplizierte und zeitsparende Lieferung mit wenig Aufwand
  • Gesunde Lebensmittel für Mitarbeiter, Kantine oder Veranstaltungen
  • Attraktive Verköstigung für Mitarbeiter
  • Handwerkliche Lebensmittel, mit denen die regionale Wirtschaft gefördert wird
  • Frische Lebensmittel
  • Gutes Gewissen durch wenig Verpackungsmüll

“Alle Bioprodukte unseres Sortiments stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Etiketten-schwindel gibt es bei uns nicht. Darauf können Sie sich voll und ganz verlassen! Genauso wie auf unser Versprechen, dass Sie bei uns keine Flugware im Sortiment finden. Denn neben der erstklassigen Qualität unserer Bioprodukte liegt uns unsere Erde am Herzen – und wir unterstützen alles, was ihr gut tut.”
BringMirBio über sein Sortiment

Da wir nun wissen, warum ein Kunde generell einen Lieferdienst einem Einkauf im Supermarkt oder Naturkostladen vorzieht, können wir uns nun mit den Gründen beschäftigen, die den Kunden zur Auswahl eines speziellen Lieferdienstes anregen. Was sind die entscheidenden Kaufimpulse?

Das beste Sortiment (Beispiele):

  • Das breiteste Sortiment
  • Alte Salatsorten
  • 10 verschiedene, rare Tomatensorten (auch verarbeitet wie bei Tomate7)
  • Scharfe Paprika
  • Besonders wie Kiwi oder Süßkartoffeln aus Deutschland
  • Regionale Sorten (“Höri-Bülle”)
  • Fleisch mit “Gesicht” aus Freilandhaltung
  • Eigenes Trockenobst
  • Büffelkäse
  • Bisonfleisch
  • Obst & Gemüse, welches nur frisch besonders gut ist wie Stachelbeeren, Aroniabeeren oder frische Pilze (in Österreich wird gar Reis angebaut!)
  • Spezielle Kräuter
  • (Lupinen-)Kaffee aus eigenem Anbau

Grüne, gelbe, rote, schwarze Tomaten - viel Auswahl

Zusätze zum Gemüse & Obstsortiment, die man wöchentlich benötigt wie:

  • Snacks (Riegel, Dörrobst, Schokolade, …)
  • Frühstücksbedarf (Müsli, Marmelade, Milch, Butter, Honig, Kaffee, …)
  • Frische Schnittblumen
  • Fertig geschnittenes Gemüse

Weitere Gründe für eine Kaufentscheidung:

  • Es wird genau die Box für meine Diät angeboten (Rohkost, Smoothie, Single, …)
  • Persönliches, vertrauensvolles Auftreten (auf Webseite oder dem Wochenmarkt)
  • Witzige, humorvolle Darstellung der Produkte auf Facebook oder Instagram #FoodPorn / #FarmPorn oder durch Plakate (“Calgary Farmers Market”, „Ugly Fruits“, „Querfeld“, …)
  • Besondere Philosophie (Solidare Landwirtschaft, DEMETER, …)
  • Arbeit für einen Guten Zweck (Solidarmöhre spendet für Soziale Einrichtungen, Therapieeinrichtung, Gerettete Lebensmittel, Terra Libera – Produkte aus ehemaliger Mafia-Landwirtschaft, …)
  • Besondere Tierhaltung oder Pflanzenanbau (Permakultur, Symbiotische Schweinehaltung, Bioveganer Landbau, Stadtimker, …)
  • Es wird eine besonders interessante Geschichte erzählt

„Der Direktabsatz trägt durch den direkten Kontakt zwischen Erzeuger und Konsument zum Vertrauensaufbau bei. Die physische Präsenz des Landwirts wirkt als Qualitätsversprechen und bildet einen Gegenpol zum (aus Verbrauchersicht) ansonsten kaum nachvollziehbaren Produktionsprozess, für den sich keine individuellen Verantwortlichkeiten finden lassen. Umfragen weisen entsprechend positive Imagedimensionen für DV-Produkte aus.“ (Zenner/Wirthgen/Altmann 2004, S. 84 f.)

„Der Einkauf direkt beim Erzeuger steht für frische, naturbelassene Erzeugnisse, die zudem als geschmackvoller als der Marktdurchschnitt eingestuft werden. Auch Produkte aus hofeigener Verarbeitung werden mit ähnlich positiven Dimensionen wie die Frischeprodukte belegt. Die Bauernprodukte gelten als wohlschmeckender und herzhafter als industriell gefertigte Lebensmittel, da sie nach traditionellen Rezepten und mit einem geringeren Technisierungsgrad hergestellt wurden.“ (Wirthgen/Maurer 2000, S. 18)
Beides aus “Absatzwege für landwirtschaftliche Spezialitäten: Potenziale des Mehrkanalvertriebs
Von Achim Spiller, Torsten Staack, Anke Zühlsdorf

ZU TEIL 2 DER SERIE „Gemüse-Lieferdienst vermarkten

Malchus Kern und Frederik Drewes unterstützen mit Yes! We Can Farm Landwirte bei Marketing & Unternehmensentwicklung – Kontakt an: contact ( at ) yes-we-can.farm

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