Gemüse-Lieferservice erfolgreich vermarkten

Einen Gemüse-Lieferservice erfolgreich vermarkten

 

Für den Kunden ist es bequem, für den anderen eine gute Möglichkeit, seine Produkte zu fairen Preisen an den Kunden zu bringen und mit diesem im direkten Kontakt zu sein: der Gemüse-Lieferservice. Diese Art der Vermarktung hat Vorteile für beide Seiten. Das bringt viele Mitbewerber auf den Plan, mittlerweile gibt es Gemüseboxen, die durch ganz Deutschland verschickt werden. Im folgenden sprechen wir von einer “Gemüse-Lieferbox”, auch wenn viele weitere Artikel versandt werden. Die Basis einer Box besteht jedoch hauptsächlich aus Gemüse & Obst (aus eigenem Anbau).

 

“Die Gemüsekiste in Hemmingen bei Hannover bringt es mittlerweile auf 2.300 Lieferungen pro Woche. Mit dem Dioxin-Skandal im Januar hat sie noch einmal regen Zulauf bekommen. „Da hatten wir jede Woche gut 20 neue Kunden“, freut sich Mark Reinert, der für das Marketing bei der Gemüsekiste zuständig ist. Im letzten Jahr erwirtschaftete das Abokisten-Unternehmen einen Umsatz von 2,3 Mio. Euro, etwa so viel wie ein Bio-Supermarkt.”
Aus Abokisten: “Ab sofort leicht zu finden mit dem „Bio-Lieferservice“” von http://www.bioeinkaufen.de/ (eine Seite des Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen)

 

Eine große Auswahl macht es schwer für den Kunden, sich zu entscheiden. Daher gilt es, zum einen das beste Angebot zu haben und dieses zu kommunizieren. Doch was ist das beste Angebot? Um den Kunden genau das zu bieten, was er sich wünscht, erstellen wir zunächst unseren typischen Kunden. In diesem Fall unsere zwei typischen Kunden, da sich eine Lieferbox oft an zwei Kundengruppen richtet:

 

Privatpersonen bestellen eine Gemüse-Lieferbox aus folgenden Gründen:

 

  • Unkompliziertes, (fast) automatisiertes bestellen mit wenig (Zeit-)Aufwand
  • Gesunde, Saisonale, Regionale und Handwerkliche Lebensmittel
  • Frische Lebensmittel
  • Direkter Kontakt mit den Produzenten – Mein Geld kommt da an, wo es hingehört
  • Ich kaufe mit gutem Gewissen ein: Wenig Verpackungsmüll, kurze Transportwege und wenig oder gar keine Flugware
  • Eventuell günstiger Preis aufgrund dem Bezug in der Direktvermarktung und der Belieferung mit “krummer” Ware
  • Direkte Informationen über die eigenen Lebensmittel durch Rezepte, wöchentlicher Infobrief oder Newsletter

 

Unternehmen bestellen eine Gemüse-Lieferbox aus folgenden Gründen:

 

  • Praktische, unkomplizierte und Zeitsparende Lieferung mit wenig Aufwand
  • Gesunde Lebensmittel für Mitarbeiter, Kantine oder Veranstaltungen
  • Attraktive Verköstigung für Mitarbeiter
  • Handwerkliche Lebensmittel, mit denen die regionale Wirtschaft gefördert wird
  • Frische Lebensmittel
  • Gutes Gewissen durch wenig Verpackungsmüll

“Alle Bioprodukte unseres Sortiments stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Etiketten-schwindel gibt es bei uns nicht. Darauf können Sie sich voll und ganz verlassen! Genauso wie auf unser Versprechen, dass Sie bei uns keine Flugware im Sortiment finden. Denn neben der erstklassigen Qualität unserer Bioprodukte liegt uns unsere Erde am Herzen – und wir unterstützen alles, was ihr gut tut.”

BringMirBio über sein Sortiment

https://bringmirbio.de/

 

Da wir nun wissen, warum ein Kunde generell einen Lieferdienst einem Einkauf im Supermarkt oder Naturkostladen bevorzugt, können wir uns nun mit den Gründen für die konkrete Auswahl eines speziellen Lieferdienstes beschäftigen. Was sind die entscheidenden Kaufimpulse?

 

Das beste Sortiment (Beispiele):

 

  • Das breiteste Sortiment
  • Alte Salatsorten
  • 10 verschiedene, rare Tomatensorten http://www.tomate7.de/
  • Scharfe Paprika
  • Besonders wie Kiwi oder Süßkartoffeln aus Deutschland
  • Regionale Sorten (“Höri-Bülle”)
  • Fleisch mit “Gesicht” aus Freilandhaltung
  • Eigenes Trockenobst
  • Büffelkäse
  • Bisonfleisch
  • Obst & Gemüse, welches nur frisch besonders gut ist wie Stachelbeeren, Aroniabeeren oder frische Pilze
  • Spezielle Kräuter
  • (Lupinen-)Kaffee aus eigenem Anbau

 

Aber auch Zusätze zum Gemüse & Obstsortiment, die man wöchentlich benötigt wie:

 

  • Snacks (Riegel, Dörrobst, Schokolade, …)
  • Frühstücksbedarf (Müsli, Marmelade, Milch, Butter, Honig, Kaffee, …)
  • Frische Schnittblumen
  • Fertig geschnittenes Gemüse

 

Weitere Gründe für eine Kaufentscheidung:

 

  • Es wird genau die Box für meine Diät angeboten (Rohkost, Smoothie, Single, …)
  • Persönliches, vertrauensvolles Auftreten (auf Webseite oder dem Wochenmarkt)
  • Witzige, humorvolle Darstellung der Produkte auf Facebook oder Instagram #FoodPorn oder durch Plakate (Beispiel “Calgary Farmers Market” > BILD)
  • Besonders Philosophie (Solidare Landwirtschaft, DEMETER, …)
  • Arbeit für einen Guten Zweck (Solidarmöhre spendet für Soziale Einrichtungen, Therapieeinrichtung, Gerettete Lebensmittel, Terra Libera – Produkte aus ehemaliger Mafia-Landwirtschaft, …)
  • Besondere Tierhaltung oder Pflanzenanbau (Permakultur, Symbiotische Schweinehaltung, Bioveganer Landbau, Stadtimker, …)
  • Es wird eine besonderes interessante Geschichte erzählt

 

“Der Direktabsatz trägt durch den direkten Kontakt zwischen Erzeuger und Konsument zum

Vertrauensaufbau bei. Die physische Präsenz des Landwirts wirkt als Qualitätsversprechen

und bildet einen Gegenpol zum (aus Verbrauchersicht) ansonsten kaum nachvollziehbaren

Produktionsprozess, für den sich keine individuellen Verantwortlichkeiten finden lassen.

Umfragen weisen entsprechend positive Imagedimensionen für DV-Produkte aus

(Zenner/Wirthgen/Altmann 2004, S. 84 f.): Der Einkauf direkt beim Erzeuger steht für

frische, naturbelassene Erzeugnisse, die zudem als geschmackvoller als der Marktdurchschnitt eingestuft werden. Auch Produkte aus hofeigener Verarbeitung werden mit ähnlich positiven Dimensionen wie die Frischeprodukte belegt. Die Bauernprodukte gelten als wohlschmeckender und herzhafter als industriell gefertigte Lebensmittel, da sie nach traditionellen Rezepten und mit einem geringeren Technisierungsgrad hergestellt wurden (Wirthgen/Maurer 2000, S. 18).”

Aus “Absatzwege für landwirtschaftliche Spezialitäten:

Potenziale des Mehrkanalvertriebs” Von Achim Spiller, Torsten Staack, Anke Zühlsdorf

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0ahUKEwjD-Yj75vPQAhVBGhQKHXl0BYgQFggcMAA&url=http%3A%2F%2Fwww.uni-goettingen.de%2Fde%2Fkat%2Fdownload%2F5e077fd07c0360c8468c8b6bbf184ddf.pdf%2FAbsatzwege.pdf&usg=AFQjCNEo9QG6NOA6AYEoMTRttx1XttU-WQ&sig2=DOoE_pM1FYOHV888Ju_pGg&cad=rja

 

Nun wissen wir, warum Kunden sich für die Lieferung einer Gemüsebox entscheiden und auch, nach welchen Kriterien sie ihren konkreten Anbieter auswählen. Wie können wir nun dieses Wissen nutzen, um das eigene Angebot interessanter und besser zu machen?

 

5 Praktische, konkrete und einfach umsetzbare, aber auch komplexere, langfristigere und kapitalintensivere Ideen zur Verbesserung der eigenen Lieferbox
– für neue Kunden
– größere Kennenlernboxen / günstigere Kennenlernboxen

– zur Kundenbindung

“gefühlten” Wert der Box steigern durch: Proben, höhere Mengen, Rezepte, Bonus, Magazine,

  • Corporate Design mit Bildern, Zeichnungen, etc jede Woche

 

5 Komplexere, langfristigere und kapitalintensivere Ideen zur Verbesserung der eigenen Lieferbox

  • Kooperationen
  • Mundpropaganda durch alte Sorten & Events wie Kochkurse, Führungen, Einmachaktionen, … (wie bringe ich die Presse dazu, über mich zu schreiben?)
  • “Krummes Gemüse” Kampagne
  • Kreative, neue Rezepte (Je ein Monat lang Reise durch Europa) mit Doodle / kleiner Zeichung (Kürbissuppe kann jeder. Unsere Vorschläge: Käse-Gemüsemaultaschen nach indischer Art mit Nüssen / Auberginenfrikadellen aus Marokko / Belgische Holzfällerpfanne / Korsische Kartoffelpfanne / Gefüllte Zucchini griechisch / Schwedisches Pytt I Panna / Türkische Pide mit Spinat / …)

 

Seit gut einem Jahr basteln die Frischepost-Gründerinnen Eichblatt und Neugebauer an der Umsetzung ihrer Vision: Lebensmittel von den Höfen der Region direkt auf den Tisch der Hamburger zu bringen. Saisonal, nachhaltig, knackig. Damit die kleinen Betriebe, für die es sich nicht lohnen würde, für zwei Tüten Milch in den 6. Stock eines Eimsbütteler Wohnhauses zu steigen, eine bessere Überlebenschance haben. Damit die Kunden wissen, woher ihre Eier und Tomaten kommen. Damit sich Erzeuger und Konsumenten nach Jahrzehnten der Entfremdung endlich wieder näher kommen. Eichblatt und Neugebauer, beide 27, sind keine Träumerinnen. Die eine ist auf einem Bauernhof groß geworden, die andere stammt aus einer Unternehmerfamilie. Beide haben BWL studiert. Sie wissen, wie Landwirtschaft tickt und was es braucht, eine Idee in der Wirtschaft zum Laufen zu bringen.

(Aus: http://enorm-magazin.de/da-haben-wir-den-salat von Anja Dilk und Heike Littger)

 

13 Ideen für neue Produkte, die der Kunde regelmässig benötigt

 

  • Geschnittenes, vakuumverpacktes Gemüse
    Die “Uhrbacher Gemüsinis” haben es mittlerweile vom eigenen Online-Shop zu einer Listung bei Kaufland geschafft!
  • Angebote nach dem Prinzip der Teekampagne –
    Ein Produkt wird allen Kunden auf Vorbestellung angeboten. Dadurch kann eine große Menge abgenommen und dadurch ein günstigerer Preis erzielt werden (z.B. Spiralschneider, Smoothie-Trinkflasche, aber auch Obst, Trockenprodukte, besondere Gewürzmischungen, scharfe Soßen https://diechilisinfonie.com/, …)
  • Printartikel wie Hofkalender, Saatkalender, Adventskalender http://www.nomyblog.de/nomyblog/food-nomyblog/nomyblog-verlost-einen-saucenfritz-adventskalender/, Postkarten, Lesezeichen, …
  • Regionale Superfoods
  • Eigene Produkte der Verarbeitungsstufe 1 wie Lupinenkaffee (perfekt für ein Abo!)
  • “Snack-Größen” – MiniKarotten, Snack-Paprika, Mini-Gurken, …
  • “Single-Größen” – Kleine Kürbisse, “Glückskartoffeln”, …
  • Für Unternehmen auch: Nüsse, Samen, Kerne, Trockenfrüchte, Oliven und Cracker und Trockengetränke wie Portionierten Tee, Kakao, Sirup, und natürlich Orangen für Orangensaft (Pressgerät wird kostenlos für die Dauer der Nutzung gestellt)…
  • Ganz besondere Bio-Snacks, in Kooperation mit StartUps wie
  • Was braucht man regelmässig? Kaffee, Tee, Saft, Wein, Bier, Milch, Snacks, Nudeln, Schnittblumen, Trockenobst (z.B. in Kooperation mit Dörrwerk), Gesunde Snacks (für den Weg auf die Arbeit), (eigener) Honig, Müsli, Haferflocken, Schokolade,  Bratöl, Erdnussbutter, Marmelade, Tomatensoße, Chips, Mehl,
  • Bananenbrot aus geretteten Bananen
  • Snacks für den Weg auf die Arbeit: Beef Jerky, gesunde Riegel,
  • “Gemüsebrühe” aus getrocknetem Gemüse aus eigener Herstellung (wie von veggiepur – da kostet das Gemüse plötzlich 5,90€ pro Kilo)
  • Fertigsuppen z.B. von LittleLunch, Jarmino, Rose Biomanufaktur, ÖQ Herrmannsdorfer, Jooti, WDM, Danival oder Vantastic Foods

 

Und selbst Kleinstbetriebe können sich über das Internet eine ganz neue Zielgruppe erschließen. So verschickt die Käserei Schuster aus dem hessischen Bad Nauheim ein Käse-Abo zum Preis von 22,75 oder 44,50 Euro im Monat – je nach Größe. „Derzeit haben wir etwa 150 Abo-Kunden. Jahreszeitlich bedingt schwankt das aber immer etwas“, sagt Inhaber Gunther Schuster. Gerade zu Weihnachten würden viel Käse-Abos verschenkt.

https://www.welt.de/wirtschaft/article149813603/Das-verbirgt-sich-in-den-Wundertueten-aus-dem-Internet.html

 

(*) Was hat die Mafia mit Landwirtschaft zu tun? Seit 1982 gibt es in Italien ein Gesetz, welches dem Staat erlaubt, Mitglieder der Mafia zu enteignen und deren Güter Sozialkooperativen zur Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen. Auf diesen Ländereien werden dann Lebensmittel angebaut, die unter anderem zu Wein, Nudeln, Tomatensauce, Gebäck und Feinkost verarbeitet werden und dann unter dem Namen “dalle terre liberate dalla Mafia“ (von Mafia befreitem Land) vermarktet.

Heimatliebe Unverpackt – Unverpackt einkaufen in Markdorf

Heimatliebe Unverpackt – Unverpackt einkaufen in Markdorf

Neben dem überregional bekannten Theaterstadel und einigen historischen Bauten hat das 13.000 Einwohner Städtchen Markdorf nicht viel Aufregendes zu bieten. Im Gegenteil: in dieser Mischung zwischen Dorf und Stadt ist das Leben ruhig und beschaulich. Geschäfte gibt es hier, wie sonst auch, die üblichen Supermärkte und Discounter. Doch an manch einem Samstag machen sich Besucher von weiter her auf den Weg, von Vorarlberg über Radolfzell, Konstanz, Ravensburg und Friedrichshafen. Denn in Markdorf gibt es den einzigen “Unverpackt” Laden weit und breit. Solche Geschäfte sind im Süden Deutschlands sonst nur in größeren Städten wie München, Stuttgart oder Heidelberg zu finden. read more